Kunst im ibc in Frankfurt
Ein soeben
erschienener Katalog dokumentiert die jüngsten Auftragswerke für den neuen
Hauptsitz der Deutschen Bank für Privat- und Geschäftskunden in Frankfurt
am Main.

Heiner Blum, Wie und Wo, Foto: (c) Bärbel Högner
Sammlung Deutsche Bank
„You are here. Have a
nice day.“ Mit diesen Worten begrüßt das elektronische Leitsystem
Wie und Wo des Frankfurter Künstlers
Heiner Blum die Besucher im neuen Hauptsitz von
Business & Private Clients, den die Deutsche Bank im Frühjahr 2004
gegenüber der Frankfurter Messe bezogen hat. Auf den im Gebäude verteilten
Displays wechseln sich – durch Bewegungsmelder ausgelöst – Text- und
Bildbotschaften ab. Neben Mitteilungen zum Standort erscheinen auch die
gepixelten Porträts von über 240 Mitarbeitern auf den Plasma Bildschirmen,
für die alle Beteiligten die Fotos ihrer Bankausweise als Bildmaterial zur
Verfügung stellten.

Olaf Metzel, Cashflow und Karin
Sanders Wandstück im Vordergrund, Foto: (c) Bärbel Högner
Sammlung Deutsche Bank

Cashflow, Detail, Foto: (c) Bärbel Högner
Sammlung Deutsche Bank
Im Spannungsfeld zwischen
funktionaler Technik und künstlerischer Installation zeigt Heiner Blums
Arbeit zugleich alternative Wege für die Kunst am Bau auf. Der
strukturelle Wandel in der Bank hat auch die Kunst im Unternehmen radikal
verändert und vor neue Anforderungen gestellt. Laptop und Blackberry
erlauben es heute im Großraumbüro, zu Hause oder im Zug zu arbeiten. Neue
Medien und Technologien ermöglichen in der Finanz- wie Kunstwelt große
Mobilität und haben nicht nur das Bankgeschäft virtueller und anonymer
gemacht.
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Hinter der von
Christoph Mäckler entworfenen Natursteinfassade des Frankfurter
ibc arbeiten auf rund 30.000 Quadratmetern annähernd 3.000 Menschen in
einem transparenten Ambiente, das von modernster Technologie und
Vernetzung bestimmt ist. Neue, auf Flexibilität ausgerichtete
Office-Konzepte lassen das klassische Büro plötzlich überholt erscheinen.
Der „Kunst am Arbeitsplatz“ fehlt – realistisch gesehen – häufig die Wand,
an der sie hängen kann. Die Bank konzentriert und reduziert ihren
architektonischen Raum, der zunehmend transparent gestaltet ist, so auch
im ibc.

Ina Weber, Welcome to the Club, Foto: (c) Bärbel Högner
Sammlung Deutsche Bank
Der soeben erschienene
Katalog Kunst im ibc zeigt nun anschaulich, wie sich in dieses
veränderte Arbeitsumfeld ganz unterschiedliche künstlerische Konzepte und
ästhetische Ansätze integrieren lassen. Mit zahlreichen Texten,
Abbildungen und Künstlerinterviews werden sieben für das ibc konzipierte
Auftragsarbeiten vorgestellt, die auf ganz unterschiedliche Weise Zeichen
setzen.
Günter Förgs Fensterbilder,
Karin Sanders spiegelnde Wandstücke,
Olaf Metzels gigantische im Raum schwebende Stahl- und Glasskulptur
Cashflow: vom Atrium bis ins Casino, wo
Hubert Kiecols Schriftbilder Glückliche Maße und
Andreas Schulzes Gemäldeserie PBC Akzente setzen, lädt der
Katalog zu einem Rundgang durchs Haus ein. Dass Kunst sich wie überall in
der Bank auch im ibc neben Börsenkursen, Großbildschirmen, Flipcharts und
anderen Alltäglichkeiten behaupten muss, hat die Berliner Künstlerin
Ina Weber zu einer ungewöhnlichen Arbeit inspiriert. Der ständig
geforderten Flexibilität stellt Weber nicht ohne Ironie ein vermeintlich
konservatives Moment gegenüber – die Tradition. Mit Welcome
to the Club installierte sie zwischen Hydrokulturen und gläsernen
Think-Tanks einen Clubraum im klassisch-englischen Stil mit Ledersesseln,
Kamin und eigener Bibliothek. Hier können sich die Mitarbeiter entspannen
und zu Meetings treffen – ganz zwanglos, denn die lästigen Kaffeeflecken
sind bereits in den Teppichboden eingewebt.

Hubert Kiecol, Gückliche Maße, Foto: (c) Bärbel Högner
Sammlung Deutsche Bank
Der Katalog Kunst im ibc
kostet 10 € und ist online in unserem
art shop erhältlich.
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