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Tomorrowland: Visionen urbaner Identität Die Stadt macht
neurotisch. Sie ist
laut und ruhelos.
Trotzdem werden
Städte seit
Charles
Baudelaire als
schöpferische
Zentren der
Moderne gefeiert.
Die aktuelle
Ausgabe von
db-art-info widmet
sich unter dem
Titel
"Tomorrowland"
den
Versprechungen,
Problemen und
verschiedenen
Entwürfen, die mit
urbanem Leben
verbunden sind.
Wie sieht es in der
zeitgenössischen
Kunst aus? Ist die
Stadt für Künstler
und Künstlerinnen
ein Moloch oder
ein Dorado der
Kreativität? "Als ich
nach New York
zog, passierte es,
das ich die
Wohnung verließ
und nur zwei
Blocks entfernt von
diesen
Angstzuständen
überwältigt wurde
und wieder nach
Hause gehen
musste." Im
Gespräch mit
Cheryl Kaplan
erläutert die New
Yorker Künstlerin
Andrea Zittel das
Konzept ihrer
Living Units, mit
denen sie in den
90er Jahren
Weltruhm
erlangte. Heute
lebt Zittel in einer
Modellsiedlung in
der kalifornischen
Wüste, weil man
"in einer
nicht-urbanen
Umgebung nicht
wie ein Uhrwerk
zusammenarbeite
n muss". ++++++
In Japan sind die
Frauen der Zukunft
auch im Alter
dynamisch. So
zumindest hat sie
die in Kyoto
lebende
Fotokünstlerin
Miwa Yanagi
porträtiert: Die
Konzernchefin
steckt in einem
Hasenkostüm,
das Supermodell
hat sich ein Grab
aus Marmor als
Laufsteg
auserkoren, eine
Motorradbraut
klemmt sich noch
im hohen Alter auf
eine Harley.
Yanagi verfremdet
digital Menschen
wie Räume. Die
Stadt erscheint in
ihrem Werk als
hermetisch
geschlossener
Raum, als
Spiegelung einer
phantastischen
Traumwelt, die von
Konsum,
Uniformität,
Labels und
Verkleidungen
bestimmt ist.
++++++ "Mental
Maps" nennt der
Berliner Maler
Franz Ackermann
seine
Zeichnungen, die
als
Psychokartographi
en auf seinen
Reisen rund um
die Welt
entstehen. Bei ihm
sind die Städte
Abbilder einer
globalisierten
Landschaft, in der
der Konflikt
zwischen Zentrum
und Peripherie
immer näherrückt.
++++++ Wie die
Zukunft der Städte
aussehen wird, ist
das Thema der in
Barcelona
stattfindenden
Konferenz "Neue
Formen der
Governance im 21.
Jahrhundert", zu
der die Alfred
Herrhausen
Gesellschaft für
internationalen
Dialog eingeladen
hat. Dort sprechen
Bürgermeister aus
16 europäischen
Metropolen mit
Stadtsoziologen
über bessere
Konzepte zur
Urbanisierung
++++++ Wenn es
um den
Zusammenhang
zwischen
städtischem
Leben und
Kreativität geht, ist
Ulf Poschardt
skeptisch. Für ihn
sind die urbanen
Szene-Viertel fast
schon wieder
gemütliche Dörfer
der modernen
Boheme. |